Doch wie funktioniert jetzt optimale Stressbewältigung? Dazu müssen wir uns zunächst anschauen, was ist Stress überhaupt und wie hat sich dieser in den letzten 50-100 Jahren entwickelt. Der Begriff „Stress“ hat sich in den letzten Jahrzehnten fest in unserem alltäglichen Sprachgebrauch etabliert. Ich habe festgestellt meine Großeltern, jetzt Mitte achtzig, benutzen den Begriff weitaus weniger bis gar nicht. Der Begriff wie wir ihn heute definieren, war den Menschen früher gänzlich unbekannt, obwohl das Leben früher deutlich schwerer war. Es gab keine Kühlschränke, Spülmaschinen, Waschmaschinen und nur wenige hatten ein Auto. Doch irgendwie schienen die Leute früher irgendwie gelassener und Stressbewältigung schien kein Thema für sie zu sein. Aber woran liegt das?
Der Tag früher war einfacher strukturiert und deutlich übersichtlicher. Wenn gearbeitet wurde, wurde gearbeitet und in den Pausen haben die Menschen gegessen und sich ausgeruht. Sie waren einfach mehr fokussiert auf das hier und jetzt, was oftmals auch überlebensnotwendig war. Sie mussten sich weniger Sorgen über die Kinderversorgung machen, denn die waren oft sich selbst überlassen. Noch mussten sie darüber nachdenken, was sie als nächstes auf Facebook oder Instagram posten, oder was sie ihrem neuem Match bei Tinder am besten antworten. Heute ist es genau umgedreht, wir haben deutlich mehr Freizeit, aber können die oft kaum genießen, da tausend Dinge auf uns einströmen. Es geht schon los beim planen der Freizeitaktivitäten, welche der vielen Angebote nutze ich, was ist das beste? Ach ja und schnell noch Emails beantworten während die Spülmaschine und die Waschmaschine läuft und danach die Kinder zum Sport bringen etc. Und da habe ich gerade nur an der Oberfläche gekratzt! Doch was können wir nun tun?
